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News : Antifademo am 12. Mai 2007 in Mittweida - "alerta, alerta, antifascista!"
Geschrieben von am 13.05.2007 10:40

"Rechtsextreme Gruppen terrorisieren Mittweidaer Region" (1), "Student aus Kamerun bedroht und beleidigt" (1), "Doch mehr Rechte in der Region aktiv" (2) So lauteten einige der Schlagzeilen der letzten Monate, wenn über Mittweida berichtet wurde. Wurden hinter der Kameradschaft "Sturm 34", die die Region um Mittweida monatelang terrorisierte, anfangs 40-60 organisierte Nazis vermutet, so wurde auf einer nichtöffentlichen Konferenz, an der auch der sächs. Innenminister Albrecht Buttolo teilnahm, die Stärke der Kameradschaft mit 150 Nazis angegeben. Für Mittweidas Bürgermeister Damm (CDU) heisst das: „Wir haben hier keinen Nazi-Terror, sondern rechtsextreme Straftaten.“

Gegen diesen Naziterror und für die Schaffung eines alternativen Jugendzentrums demonstrierten am 12. Mai 2007 unter dem Motto "Naziterror stoppen - alternative Freiräume schaffen" über 1.500 Personen, großteils aus der Region um Mittweida. Die Polizeipressesprecher gaben die Zahl der Demonstrierenden sogar mit 2.000 an und sprachen von einem friedlichen Verlauf der Demonstration, ganz anders, als es Bürgermeister Damm und Landrat Schramm in den letzten Wochen herbeihalluzinierten. Solcherlei Diffamierungen, durch die um das Außenbild ihrer Städte und Gemeinden besorgten Stadtoberen, begleitet durch die örtliche Lokalpresse durch Gefälligkeitsartikel, sind Antifaschist_innen aus der Sächsischen Schweiz bereits bekannt.

Auf der, vielleicht 5 km langen Demonstrationsroute durch Mittweida, wurden mehrere Redebeiträge zur Situation vor Ort gehalten. So errinnerte der Pfarrer i. R. Christoph Körner an die, im Mittweidaer Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg, Ermordeten. Ein Redebeitrag setzte sich mit der Geschichte Mittweidas in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander und rief die Teilnehmer_innen der Demonstration auf, dafür einzutreten, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Betroffene der Naziüberfälle der letzten Monate kamen zu Wort. Zu einer selbstverschuldeten, für den Bürgermeister Damm peinlichen Situation, kam es auf dem Mittweidaer Marktplatz. Nachdem Damm anfangs als Redner eingeplant war, verweigerte er seine Teilnahme, nachdem das ursprüngliche Motto "Für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus!" in "Naziterror stoppen - Alternative Freiräume schaffen" umgewandelt wurde. Mehrfache Einladungen an ihn, dennoch an der Kundgebung teil zu nehmen, lehnte er ab und diffamierte die, für ihn unnötige, Demonstration als eine "Eskalation" (4). So entblödete sich der Bürgermeister dann auf dem Markt nicht, als er dem Heimatsender MDR weinerlich verkündete "für seine Sicherheit wäre nicht mehr gesorgt und er müßte den Markt jetzt verlassen". Sagte es und verschwand im Rathaus.

Der bis dahin, auf der Demonstration vorhandenen Stimmung, tat das keinen Abbrauch und so ging es, nach einer nochmaligen Zwischenkundgebung am Technikumplatz, zurück Richtung Bahnhof. Einem auf der Strecke eingelegten kurzen Zwischenspurt der ersten 10 Reihen konnten die Beamten, es hatte den Anschein sie wären konditionell gegenüber den Demoteilnehmer_innen deutlich unterlegen, nicht mehr recht folgen. Leider kam es in der Folge, durch spielverderberhaftes Rummackern durch die erschöpft wirkenden Beamten, kurz zu unschönen Szenen, als diese versuchten, die erste Reihe der Demonstration durch Reintreten abzubremsen. Durch das umsichtige und besonnene Verhalten der Demonstrationsteilnehmer_innen konnte hier aber Schlimmeres verhindert werden.

weitere Bilder

(1) (FP, 21.04.2007) - (2) (FP, 23.04.2007) - (3) (MoPo, 28.04.2007) - (4) (FP, 28.04.2007)

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